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Gemeinschaftl. Wohnprojekt Brunnenstraße 42

                                     

Gemeinschaftliches Wohnprojekt Brunnenstraße 42 – Bericht zum Workshop vom 21.02.2026

Am 21. Februar 2026 fand im Bürgerhaus Maring ein ganztägiger Workshop zum geplanten gemeinschaftlichen Wohnprojekt auf dem Grundstück Brunnenstraße 42 statt. Über 25 Teilnehmende waren anwesend – darunter interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Personen, die das WohnPunkt-Projekt in den vergangenen zwei Jahren aktiv begleitet haben. Die Ortsgemeinde Maring-Noviand und die Katholische Kirchengemeinde St. Matthias arbeiten seit 2024 gemeinsam an der Entwicklung dieses Vorhabens, das soziale Teilhabe, nachbarschaftliche Unterstützung und nachhaltige Strukturen fördern soll.

Breite Beteiligung und fachliche Unterstützung

Zu Beginn begrüßten Ortsbürgermeister Becker, Frau Mansmann von der Landesberatungsstelle „Neues Wohnen Rheinland-Pfalz“ sowie Projektleiter Herr Werle die Anwesenden. Frau Mansmann stellte das Landesprogramm WohnPunkt RLP vor, das Kommunen bei innovativen Wohnformen unterstützt. Herr Werle erläuterte die bisherige Projektstruktur und die Arbeit der bestehenden Gruppen zu Wohnkonzepten und Rechtsformen.

Die Architekten führten anschließend durch das Programm. In einer Vorstellungsrunde zeigte sich, dass viele Interessierte derzeit in zu groß gewordenen Einfamilienhäusern leben und sich kleinere, gemeinschaftlich orientierte Wohnformen wünschen.

Beispiele und Inspirationen

Fünf realisierte Wohnprojekte aus dem ländlichen Raum wurden vorgestellt. Sie verdeutlichten typische Merkmale gemeinschaftlicher Wohnformen – etwa gemeinschaftliche Räume, Laubengänge oder offene Erschließungen – und zeigten, dass kostengünstiges und zugleich qualitätsvolles Bauen möglich ist.

Ideen für gemeinschaftliche Nutzungen

In einer moderierten Ideensammlung wurden zahlreiche Vorschläge gesammelt und anschließend von den Teilnehmenden bewertet. Besonders hohe Zustimmung erhielten:

  • Gemeinschaftlicher Außenbereich
  • Abstell- bzw. Kellerersatzräume
  • E-Ladesäule

Ebenfalls positiv bewertet wurden ein gemeinschaftlicher Nutzgarten, ein Gemeinschaftsraum sowie ein Fahrradraum. Weniger Zustimmung fanden dagegen eine Werkstatt, ein Gefrierraum oder ein Waschraum. Eine Gästewohnung wurde klar abgelehnt.

Grundlagen für die Kostenplanung

Für die weitere Planung stellten die Architekten ein mögliches Bebauungskonzept vor: zwei zweigeschossige Neubauten mit je rund 500 m² Bruttogrundfläche, die gemeinsam mit dem denkmalgeschützten Pfarrhaus ein Ensemble bilden könnten. Auf dieser Basis wurde eine erste beispielhafte Kostenermittlung nach BKI-Standards erstellt.

Da „beim Bauen im Bestand“ mit Überraschungen (Unvorhergesehenes) durchaus zu rechnen ist, werdeneine gründliche Bestandsaufnahme und bautechnische Untersuchung des Pfarrhauses empfohlen.

Externe Nutzungen und Versorgung vor Ort

Neben gemeinschaftlichen Angeboten wurden auch mögliche externe Nutzungen diskutiert, die das Dorfleben stärken könnten. Genannt wurden u. a.:

  • Teilzeit-Hausarztpraxis
  • Physiotherapie, Fußpflege, Frisör
  • Räumlichkeiten für einen ambulanten Pflegedienst

Die Idee einer „rollierenden Hausarztpraxis“ soll weiterverfolgt werden. Als Inspiration stellten die Architekten zudem das Modell eines Gesundheitskiosks mit „Gemeindeschwester“ vor.

Finanzierungsmöglichkeiten

Ein beispielhaftes Finanzierungsmodell auf Basis einer Genossenschaft zeigte, dass die monatlichen Nutzungsentgelte stark von den gewählten Finanzierungsbausteinen abhängen. Neben Herstellungskosten spielen Eigenkapitalanteile (z. B. Genossenschaftsanteile, Fundraising, Eigenleistungen) sowie verschiedene Formen von Fremdkapital eine große Rolle. Durch Anwendung und Nutzung von Förderprogrammen auf Landes- und Bundesebene kann das Nutzungsentgelt deutlich reduziert werden.

Ausblick: Die nächsten Schritte

Zum Abschluss wurden die anstehenden Aufgaben benannt. Dazu gehören:

  • Bauvoranfrage durch Kommune und Kirche
  • Abstimmung mit der kirchlichen Denkmalpflege
  • Klärung des Bauzustands des Pfarrhauses
  • Prüfung externer Nutzungsmöglichkeiten
  • Ermittlung von Förderprogrammen
  • Bildung einer Kerngruppe interessierter zukünftiger Bewohnerinnen und Bewohner
  • Entwicklung eines Leitbilds und Nutzungskonzepts
  • Gewinnung weiterer Interessenten und Förderer

Das Projekt wird von Kommune, Kirchengemeinde und engagierten Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam getragen. Der Workshop hat gezeigt, dass großes Interesse und vielfältige Ideen vorhanden sind, um in Maring-Noviand ein zukunftsweisendes gemeinschaftliches Wohnprojekt zu entwickeln.

 

Herzlichen Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Teilnahme und das große Interesse an diesem für die Entwicklung unserer Ortsgemeinde wichtigen Projekt.

Ihr Ortsbürgermeister

Klaus Becker

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